Versailles

Eines der prunkvollsten Gebäude von Paris liegt vor den Mauern der Stadt. Das prachtvolle und mächtige Schloss Versailles gehört besonders im Sommer zu den beliebtesten Ausflugsorten für Touristen in der französischen Hauptstadt. Versailles war über Jahrhunderte das Symbol für die verschwenderische und Maßlose Herrschaft der Könige in Frankreich, welche nicht zuletzt 1789 zur Französischen Revolution führte.

Eigentlich war das kleine Dorf Versailles au Val de Galie ein wenig beseelter Ort, Abseits der großen Metropole Paris. Das Örtchen war umgeben von dichten und gut bewilderten Wäldern. Vielleicht war dies auch der Stein des Anstoßes, weshalb der König Louis XIII. 1631 hier ein kleines Jagdschloss errichten ließ. Der Sonnenkönig Louis XIV. weilte schon in jungen Jahren bei Jagden in Versailles, welches er wenige Jahre darauf maßgeblich prägen sollte. 1661 sollte er selbst König in Frankreich sein und somit auch Herr über die Ländereien und das Schloss von Verseilles. Um zu zeigen, wer der Machthaber im Lande ist, ließ Louis Versailles so prunkvoll umbauen, wie zuvor niemand sonst. Grund könnte der ehemalige Finanzminister des Landes Forquet sein. Dessen Hauptsitz Vaux le Vicomte erschien über viele Jahre als prunkvollstes Gebäude in Frankreich. Diese Schmach konnte der junge König nicht ertragen. Bald darauf wurde der Finanzminister wegen Veruntreuung ins Gefängnis geworfen. Seine Architekten wurden allein mit der Aufgabe betraut, Versailles so prunkvoll wie möglich auszustatten.

Zuvor war Verseilles der bevorzugte Tummelplatz des Königs und seiner Maîtressen. Mit dem Ausbau des Palastes erhielt auch die Königin ein Zimmer in den Grands Appartements von Verseilles. Der König feierte einige politische Erfolge. Durch den Frieden von Aachen und den Frieden von Nimwegen 1679 stieg auch sein Ansehen beim Volk. In diese Zeit fällt auch der Bau des berühmten Spiegelsaales von Verseilles für den Harouin-Mansart die persönliche Verantwortung trug. 1682 war Verseilles schon derart prunkvoll eingerichtet, dass man beschloss, den gesamten Hofstaat und die Regierung hierher, vor die Tore der Stadt zu verlegen. Für diesen Zweck folgte der Anbau eines Nord- und eines Südflügels. Eine Heerscherstadt vor den Mauern Paris entstand. Allein 36000 Arbeiter waren von Nöten, um den prunkvollsten Königssitz Europas zu fertigen. Ebenso hoch wie der Aufwand waren auch die Kosten für Verseilles. Vor seinem Tod ließ Louis XIV. noch eine Schlosskapelle errichten. Trotz dieses Mammutprojektes zog der nächste Herrscher Frankreichs, Phillipe d´Orleans 1715 zurück nach Paris. Erst sein Nachfolger, Ludwig XI. zog wieder nach Verseilles. Den Höhepunkt der Dekadenz erlebte das Schloss unter seinem Enkel, Louis XVI. . Zu dessen Hochzeit bekam Verseilles sogar eine eigene Oper. Seine Frau, Marie Antoinette ließ sich im Garten von Verseilles einen eigenen Bauernhof anlegen, auf welchen sie sich in den Vortagen der Revolution flüchtete und dort die Vorkommnisse im eigenen Land einfach unter der Naivität des Landlebens verdrängte.

Das Prunkschloss Verseilles ist nicht nur eines der schönsten Gebäude von Paris sondern auch einer der interessantesten und geschichtsträchtigsten Orte. Zwar kann man Verseille nicht unbedingt zu Fuß erreichen, dennoch lohnt sich eine Tagestour. Einen ganzen Tag muss man beinahe schon Opfern, um das Schloss in seiner kompletten Größe und Schönheit zu bewundern. Im Sommer sollte man es sich dennoch gut überlegen, wann man nach Verseilles pilgert. Lange Schlangen und fotowütige Japaner sind dann keine Seltenheit.

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