Saint Pierre de Montmartre
Der prunkvolle Kuppelbau der Basilika Sacré Coeur wacht monumental vom Montmartre Hügel über die Seine Metropole. Im Schatten der weißen Kirche findet man in der Rue du Mont Cenis die eher kleine und einfache Kirche Saint Pierre de Montmartre. Oft gehen Urlauber und Touristen an dem bescheidenen Bau vorbei, ohne zu erahnen, dass Saint Pierre eine der ältesten Kirchen von Paris ist.
Ebenfalls wohl auch einer der interessantesten Sakralbauten an der Seine. Kaum zu glauben, dass das Künstlerdorf Montmartre, welches sich erst spät an die Großstadt Paris angliederte einen der ältesten Plätze der Christenheit in der französischen Hauptstadt besitzt. Schon zu Zeiten der Merowinger gab es an dieser Stelle einen Bau, der dem heiligen Dionysus geweiht war. Zuvor stand hier ein römischer Tempel. Noch heute stammen vier schwarze Marmorsäulen, die in Saint Pierre de Montmartre verbaut wurden aus jener Zeit. Bis zum 17. Jahrhundert gehörte Saint Pierre zu einem Benediktinerinnenkloster welches schon im 12. Jahrhundert der Ruhesitz der französischen Königin war. Der Papst weihte die Kirche sogar in jenen Tagen. In vielerlei Hinsicht ist Saint Pierre de Montmartre wohl eine der interessantesten Kirchen von ganz Frankreich. Allein aufgrund seiner Bausubstanz gehört das historische Gebäude zu den Vorreitern einer ganzen Epoche. So findet man hier auch eines der ersten Kreuzrippengewölbe. Besonders Freunde der frühen Romanik finden an Saint Pierre de Montmartre Gefallen. Einzelne Details stammen noch aus der Anfangszeit. Doch wie fast jeder Kirchenbau befindet sich auch diese Anlage im ständigen Wandel und erhielt zuletzt 1953 neue Fenster vom Künstler Max Ingrand. Geschichts- und Architekturfreunde sollten sich dieses Schmankerl im Herzen von Montmartre nicht entgehen lassen.



