Place du Tetre

Bild: Paris Tourist Office - Photographe : David LefrancDie kleine Place du Tetre wirkt fast dörflich, mitten im gigantischen Paris auf dem Künstlerhügel Montmartre. Dennoch kennt fast jeder Paris Urlauber den Platz, der sich besonders nach dem Mittagessen mit den Staffeleinen der Porträtisten füllt. Bis in die Abendstunden lassen sich dann Reisende aus aller Welt von den noch unbekannten „Pariser" Künstlern malen.
Die Bezeichnung „Pariser Künstler" trifft streng genommen nicht auf die Portraitzeichner von Montmartre zu. Nicht erst seit Picassos Zeiten zieht es Maler und mittellose Künstler aus allen Teilen der Welt in das berühmte Pariser Hügelviertel. So ist es nicht ungewöhnlich, wenn die Place du Tetre sich mit mehr als 150 verschiedenen Nationalitäten füllt. Doch ist das heutige Künstlertum von Montmartre eher eine Elenbogengesellschaft. Dicht gedrängt stehen die Maler auf dem Platz und kämpfen um jedes potenzielle Model. Die Kohlezeichnungen werden im Minutentakt angefertigt und wechseln dann oft zu weniger verhandelbaren Preisen die Besitzer. Erst kürzlich erhöhte die Stadt Paris die Kosten für die Lizenzen der Maler an der Place du Tetre. Das scheinbar einträgliche Geschäft mit den Zeichnungen von Touristen lockt aber trotz der Proteste aus der Malerzunft zahlreiche Portraitisten nach Montmartre. Auch gemalte Bilder der Örtlichkeit sind ein oft gekauftes Souvenir der Urlauber. Wer keine Lust hat, sich an der Place du Tetre zu Papier oder gar auf die Leinwand bringen zu lassen, kann das wirre treiben auch aus einem der vielen Straßencafés beobachten. Trotz der fast dörflichen Idylle des ehemaligen Gemeindeplatzes von Montmartre den noch immer die niedrigen aus der alten Zeit umgeben braucht man nicht mit niedrigen Preisen zu rechnen. Trotz des mittlerweile zu touristischen Beigeschmacks der Place du Tetre sollte man den Platz zumindest mal besucht haben. Dies bietet sich bei einem morgendlichen Sparziergang durch Montmartre an, da es zu dieser Zeit noch recht ruhig ist.



