Panthéon


Bild: Paris Tourist Office - Photographe : Marc Bertand
Das Pariser Panthéon auf dem Montagne Sainte-Geneviève im 5. Arrondissement ist die Ruhmeskirche der Franzosen und wird auch als eine Art Nationalheiligtum betrachtet. Angelehnt an die griechische Mythologie ist nicht nur der Name sondern auch die Bauweise der säulenhaften Kirche. Einige der größten Franzosen fanden hier zur letzten Ruhe.

Man könnte das Panthéon problemlos als Hauptwerk des Klassizismus in Frankreich erklären. In seinem Prunk und in seiner Größe kommt dem weißen Kuppelbau kaum ein ähnliches Gebäude des gleichen Baustils nahe. Wie ein majestätischer Eisberg ragt das Panthéon daher aus dem Quartier Latin und gibt damit immer einen guten Fixpunkt, um die Orientierung über den Dächern der Metropole zu gewehrleisten. Ahnungslose Touristen sollen das Panthéon schon des Öfteren mit der Kathedrale Sacré Coeur auf dem Hügel on Montmartre verwechselt haben. Zwar müsste man den Unterschied gleich erkennen, aber aus dieser Verwechselung stammt sicher auch der Spitzname „Sacré Coeur des Rive Gauche" welchen man mit der gewonnenen Kenntnis dieses Reiseführers doch schnell wieder vergessen sollte. Schließlich hat das Gebäude für die meisten Franzosen eine weitaus tiefere Bedeutung als ein „Schnöder Sakralbau".

Eigentlich war das Panthéon auch als ein solcher geplant und sollte das größte Gebäude seiner Art im 18. Jahrhundert werden. Noch 1764 legte man den Grundstein für die Kathedrale, die König Louis XV. aus Dankbarkeit seiner Genesung in Auftrag gab. Sie sollte ein Neubau der Kirche Sainte Genevieve werden. Zuvor arbeite man noch die Pläne aus. Da sich der Bau auf dem sandigen Boden mehr als schwierig gestaltete, wurde das Werk erst 1790 vollendet. Der Baumeister Soufflot hatte die Fertigstellung seiner Kirche nicht mehr erlebt. Angeblich starb er aufgrund der Aufregungen und des erhöhten Stress um den schwierigen Bau. Hätte er es dennoch erlebt, wäre er vermutlich aufgrund dessen verstorben, was dann geschah.

Die Französische Revolution „überrollte" den Bau und übergab das Panthéon seiner neuen Bestimmung als Mausoleum der Republikhelden. Dafür wurden eigens die prunkvollen Fenster der Kirche zugemauert. Fresken sollten später den Lichtverlust tilgen. Die toten Helden der Nation erhielten Einzug in das Panthéon. Darunter Voltaire und Rousseau. Da sich die politischen Verhältnisse in den Nachwehen der Revolution immer wieder änderten, mussten sogar einige der „Helden" ihr Ehrengrab wieder räumen. Zurück zur eigentlichen Bestimmung als Kirche kam das Phantéon für einige Zeit während der Restauration. Später wurde es allerdings wieder seinem Zweck als nationales Mausoleum zugeführt. Eine Besichtigung des Panthéons im Quartier Latin ist sehr zu empfehlen.

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