Palais Royal

Bild: Paris Tourist Office - Photographe : Jordane BlachasDas Palais Royal im 1. Arrondissement gehört zu den
elegantesten Gebäuden in ganz Paris. Unter den Arkaden des Prachtbaus an der
rue du Rivoli finden sich exklusive Boutiquen, die zum entspannten Bummel
einladen. In direkter Nachbarschaft zum Louvre wurde das Palais Royal 1629 für
Kardinal Richelieu errichtet.
Aufgrund der ersten Nutzung wurde das Palais Royal vormals auch Palais Cardinal genannt. Nach dem Tod des Kardinals im Jahre 1642 ging das Gebäude in den Besitz der französischen Krone und erhielt so schließlich seinen heutigen Namen. Richelieu war zu seiner Zeit der wohl mächtigste Mann in Paris. Demnach ließ er auch seinen Palast mit allen Annehmlichkeiten ausstatten. Dies beinhaltete ein italienisches Theater, eine Bibliothek und eine hervorragende Kunstsammlung. Ludwig der XIV., der spätere König verbrachte im Palais Royal einen Großteil seiner Kindheit. Mit Errichtung des Prunkschlosses Verseiles vor den Toren von Paris war das Palais Royal für die königliche Familie von geringer Bedeutung. Der König übergab es daher seinem Bruder. Bis 1848 unterlag der Bau daher zahlreichen Veränderungen. Politische Bedeutung hat das Palais noch heute. Es beherbergt den Staatsrat und das Kulturministerium.
Durch eine Passage gelangt man in den Innenhof des Palais Royal. Dort installierte 1986 der Künstler Daniel Buren Säulen, die einen einzigartigen Dialog mit dem ehrwürdigen Palast bilden. Durch Kolonnaden gelangt man in den Garten. Dieser wurde 1784 ebenfalls aus einem finanziellen Engpassmit Galeriebauten an den Seiten aufgestockt. Die exklusiven Geschäfte und Cafés siedeln sich unter den Arkaden.
Bereits zu früheren Zeiten herrschte rund um das Palais Royal turbulentes Treiben. Für großes Publikum sorgten ein Zirkus und natürlich Theater. Der Polizei wurde allerdings der Zutritt verwehrt. Daher ist der Palast und sein Umfeld auch eine Keimzelle für die Ideen der Revolution gewesen. Von hieraus wurden auch die Pariser an die Waffen gerufen. Camille Desmoulins hielt eine ergreifende Rede. Später verteilte man Kastanienblätter zum Zeichen der Hoffnung an die Pariser.
Nach der Revolution wurden die Wohnungen oberhalb der Arkaden von berühmten Leuten bewohnt. Sidonie-Gabrielle Colette, Jean Cocteau und Jean Marais sind dabei nur einige der Bewohner. Auch Napoleon pflegte im Palais zu speisen. Selbst heute hat der Prachtbau nichts von seinem Glanz verloren und fügt sich dennoch sehr lebendig ins Stadtbild. Es ist daher äußerst lohnenswert, diesen geschichtsträchtigen Ort im Urlaub in Paris zu besuchen. Neben Schlendern, Gucken und Staunen kann man vor allem im Sommer im Innenhof des Palais Royal hervorragend verweilen.
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