Die Hochzeit zu Kana

Wer erstmalig den Pariser Louvre besucht, stürmt meist gleich zu Mona Lisa, die bekanntlich das beliebteste Werk in den heiligen Hallen des riesigen Museums ist. Tag für Tag werfen tausende Besucher einen Blick auf die Dame von Leonardo Da Vinci. Doch unbemerkt von den Augen der Zuschauer hat diese nur Blicke für ein anderes, großes Meisterwerk, der Hochzeit von Kana.
Das Bild misst satte 9,90 x 6,69 Meter und hängt der Mona Lisa direkt gegenüber. Paolo Caliari, genannt Veronese schuf damit um 1563 eines der größten Meisterwerke seiner Zeit und ebenso eines der größten Bilder auf Leinwand die jemals realisiert wurden. Die Hochzeit von Kana befasst sich mit einer biblischen Erzählung aus dem Neuen Testament. Bekannt ist vor allem die Wandlung von Wasser zu Wein durch Jesus Christus. Eigentlich wurde das Gemälde für ein venezianisches Kloster geschaffen, gelangte aber als Kriegsbeute des damals noch aufstrebenden Napoleon 1796 nach Paris und schließlich in den Louvre. Heute passt es nicht einmal mehr durch die Tür des Museums. Kunstdiebe sollten sich daher nicht an einen Raub der „Hochzeit von Kana" machen. Zudem wird sich nur schwer ein Käufer mit angemessenen Räumlichkeiten finden. Auch die Rückführung in das ursprüngliche Kloster erwies sich vermutlich als zu aufwändig. So fertigte man knappe 200 Jahre nach dem Raub durch Napoleon eine Kopie in eben diesem Kloster.
Die Szene des riesigen Bildes zeigt ein Festmahl bei Veronese. Im Zentrum befindet sich Jesus, der mit seinen Jüngern Gast der Hochzeit von Kana ist. Auch seine Mutter Maria ist im Bild zu sehen. Ebenfalls verewigte Paolo Caliari die Benediktinermönche, welche das Bild in Auftrag gaben. Das Bild mischt die biblische Erzählung der Wandlung von Wasser zu Wein mit einer eher zeitgenössischen Darrstellung der Renaissance Architektur des damaligen Italien. Neben dem eigentlichen Ereignis erzählt die Hochzeit von Kana auch viele kleinere Episoden. Auch Paolo Caliari de Veronese selbst verewigte sich als Gast der Hochzeit von Kana. Die knapp 40 Personen stellen zum Teil auch Bekannte und Verwandte des Malers da, welche für die Hochzeit in verschiedene Rollen schlüpfen mussten. Es lohnt sich durchaus, einen längeren Blick auf das riesige Bild zu setzen, wenn man sich im Salle de la Jaconde vom Anblick seiner Namensgeberin lösen kann.



