Gare Montparnasse

Bild: Paris Tourist Office - Photographe : Amelie DupontIm 15. Arrondissement befindet sich mit dem Gare Montparnasse eines der wichtigsten Reisezentren für den französischen und europäischen Schienenverkehr. Stark frequentiert wird der riesige Bahnhof oft von urlaubsfreudigen Hauptstädtern, die während der Sommertage die stickige Großstadt in Richtung Atlantikküste oder Spanien verlassen wollen. Aufgrund seiner Anbindungen mit der Métro ist der Gare de Montparnasse auch eine häufig genutzte Passage für Berufspendler, die so von Außerhalb ins Pariser Stadtzentrum gelangen.
Schon ab 1840 bestand an dieser Stelle ein Bahnhof. Damals bezeichnete man den Verkehrsknoten von Montparnasse noch als „Gare de l´Ouest-Rive Gauche", was nicht selten zu Verwechselungen, besonders bei Gästen aus dem Ausland führte. Ständig musste das Gebäude aufgrund seiner mangelnden Statik und des starken Anspruchs der schweren Züge erneuert werden. Mit dem Bau des Tour de Montparnasse, dem höchsten Gebäude von Paris entstand auch der aktuelle Gare Montparnasse, der dann auch diesen Namen erhielt. Die Architektur der 1960er Jahre ließ den Bau des Gare Montparnasse eher schlicht erscheinen. 1990 entschied man sich nochmals für eine Umgestaltung der Bahnhofsfassade und stattete diese mit einer eindrucksvollen Glasfront aus. Aufgrund der neuen Schnellverbindung mit der französischen Westküste durch den TGV Atlantique bekam dieser Teil des Gare Montparnasse den Namen Porte Océan. Auf dem Dach des Bahnhofs befindet sich eine Art Park für die Bewohner des Viertels.
Mit einer Abfertigungszahl von knapp 300 Zügen und etwa 130000 Fahrgästen pro Tag liegt der Gare Montparnasse weit hinter den Kapazitäten des Gare de Lyon, verfügt aber dennoch über mehr Gleise. Zur Hauptreisezeit wird der Bahnhof von Montparnasse aber deutlich stärker frequentiert, da er über die meisten Schnellzugverbindungen verfügt.
Zu einem kuriosen Zugunglück kam es 1895 am Gare Montparnasse. Eine Dampflok fuhr ungebremst in den Bahnhof ein und durchbrach dabei die Frontfassade des Gebäudes. Dabei gab es eine Tote. Bilder dieses Unglücks sind aber noch heute allgegenwärtig und werden zu vielen Gelegenheiten verwand. Ebenso ziert ein Foto der aus dem Gebäude brechenden Lok ein berühmtes Plattencover der 1990er Jahre Band Mr. Big.



