Gare de Lyon


Bild: Paris Tourist Office - Photographe: Jacques Lebar
Im 12. Arrondissement befindet sich der Gare de Lyon. Er stellt unter allen Pariser Bahnhöfen nochmals eine Besonderheit dar, da er sich sowohl architektonisch als auch verkehrstechnisch von des den übrigen Kopfbahnhöfen der Hauptstadt abhebt. Noch immer passieren rund eine Viertelmillionen Menschen den Gare de Lyon pro Tag. Nicht selten kommen Urlauber auch ohne eine Reiseabsicht um sich das Spektakel der Züge und die Architektur des Gebäudes anzusehen. Zudem verfügt dieser Bahnhof über eine fast schon legendäre Gastronomie, der Train Bleu.

Erst 1902 wurde der Gebäudekomplex des Gare de Lyon nach siebenjähriger Bauzeit fertiggestellt. Verantwortlich für die Gestaltung war der Architekt Marius Toudoire, der die Bahnhofshalle im Auftrag der Eisenbahngesellschaft Compagnie Paris-Lyon-Mediterranée errichtete. Der eigentliche Grund des Bahnhofbaus war die Weltausstellung 1900 in Paris. Speziell für diesen Zweck wurde auch der innerstädtische Gare d´Orsay errichtet, welcher mittlerweile stillgelegt wurde und nun als kurioses Museum genutzt wird.

Charakterisierend für den Bahnhofsbau ist bis heute der markante Turm des Gare de Lyon. Er misst 64 Meter und zeigt den Reisenden gut sichtbar die aktuelle Uhrzeit an. Auch die knapp 100 Meter lange Fassade ist prunkvoll, beinahe sogar palastartig gestaltet. Bereits bei der Eröffnung war der Gare de Lyon mit seinen 13 Gleisen relativ groß im Vergleich zu Bahnhöfen in anderen Metropolen. Die Anzahl der Gleise hat sich bis heute sogar noch verdoppelt. Zur zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts wurde der Lyoner Bahnhof nochmals großräumig umgestaltet und an den Verkehrsfluss der 1960er und 70er Jahre angepasst.

Bei Urlaubern genießt der Gare de Lyon ebenfalls große Beliebtheit aufgrund des bekannten und beliebten Bahnhofsrestaurant „Le Train Bleu". Der Architekt Toudoire plante diesen Teil des Gare de Lyon beim Bau direkt in das Gesamtkonzept mit ein. Le Train Bleu unterscheidet sich stark von anderen Cafés und Restaurants in Paris. Kunstvoll ausgeschmückt und mit über 40 speziell angefertigten Gemälden verziert erweckte Le Train Bleu zu seiner Hauptepoche ein erhabenes Gefühl unter den Reisenden. Tatsächlich fühlt man sich eher wie in einem Museum als in einem der größten Bahnhöfe von Paris.

Zu einem tragischen Unglück kam es 1988 im Gare de Lyon, als zwei Züge kollidierten. Dabei Kamen über fünfzig Personen ums Leben, eben so viele wurden schwer verletzt. Seitdem haben sich die Sicherheitsbestimmungen in den Zügen und an den Pariser Kopfbahnhöfen erheblich verbessert.

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