Friedhof Montmatre


Bild: Paris Tourist Office - Photographe : Amélie Dupont
Der Cimetière de Montmartre ist einer der drei wirklich sehenswerten Friedhöfe in Paris. Am Fuß des Künstlerviertels Montmatre gelegen befindet sich der Friedhof im 18. Arrondissement, nahe des Place de Clichy. Wer sich auf den Weg zum Moulin Rouge oder hinauf zu Sacre Coeur macht, sollte auf einen lohnenswerten Abstecher auf den Künstlerfriedhof mit seinen pompösen Grabmalen nicht verzichten.

Tatsächlich reihen sich die letzten Ruhestätten vieler Berühmtheiten, die in Paris wirkten hier auf engstem Raum aneinander. Bei düsterem Wetter wirkt der Cimetière de Montmatre wie eine Filmkulisse aus einem Gruselstreifen. Verfallene Grabsteine und riesige Statuen prägen das Bild der Totenwelt im Herzen von Paris. Passiert man die Mauern des Friedhofs von Montmatre, bewegt man sich wie in einer Zeitreise in die Vergangenheit. Dabei fügt sich der offiziell Pariser Nordfriedhof genannte Kirchhof in der rue Rachel (hier befindet sich der Eingang) fast schon verwachsen in das Stadtbild. So führt eine eiserne Brücke mit Autoverkehr direkt über die Gräber der Anlieger des Cimetière de Montmatre.

Eröffnet wurde der Cimetiére de Montmatre im Jahre 1798. Er befindet sich auf dem Gelände eines alten Gipssteinbruches. Etwa 20.000 Grabstätten befinden sich auf dem verwinkelten Gräberfeld. Es empfiehlt sich, einen am Eingang erhältlichen Plan zur besseren Übersicht mitzunehmen. Diesen erhält man kostenlos am Eingangshäuschen. Der Cimetière de Montmatre ist keineswegs nur eine Touristenattraktion. Jährlich finden immer noch knapp 500 Beisetzungen in den Mauern des Nordfriedhofs statt. Man sollte die Trauerfeiern nicht stören. Auch übertriebenes Gaffen wird nicht gern gesehen.  Vielmehr kann man tatsächlich die Stille der Totenstadt genießen. Urlauber können auf den Alleen des Friedhofes die nötige Abwechslung zur Hektik im Pariser Stadtleben finden. Folgt man dem Plan, gelangt man zu den Grabstätten vieler Berühmtheiten. Auch der Düsseldorfer Dichter Heinreich Heine hat auf dem Cimetière de Montmatre seine letzte Ruhe gefunden.  Seine Grabplatte füllt neben seiner Büste auch ein Gedicht, welches aufgrund der Witterung nur noch schwer zu lesen ist:

      Wo wird einst des Wandermüden
      Letzte Ruhestätte sein?
      Unter Palmen in dem Süden?
      Unter Linden an dem Rhein?

      Werd ich wohl in einer Wüste
      Eingescharrt von fremder Hand?
      Oder ruh ich an der Küste
      Eines Meeres in dem Sand?

      Immerhin! Mich wird umgeben
      Gottes Himmel, dort wie hier,
      Und als Totenlampen schweben
      Nachts die Sterne über mir.

Heinrich Heine hat letztlich eine der wohl eindrucksvollsten Grabplätze erhalten, umgeben vom lebendigen Treiben der Weltstadt Paris. Ihm in direkter Nachbarschaft liegen ebenfalls große Künstler. Jaques Offenbach, der berühmte Komponist stammt sogar ursprünglich aus Köln.  Er begründete nicht nur die moderne Operette, sondern schenkte den Parisern ebenso das unverwechselbare „Cancan". Eigentlich gebührt diese Ehre zwar Louise Weber, die einige Jahre nach Offenbach ebenso auf dem Cimetière de Montmatre ihre letzte Ruhe fand. Bekannt ist diese Dame ebenfalls, da der Maler Toulouse-Lautrec sie beim Tanz des French Cancan darstellte. Mit Edgar Degas und Emile Zola erhält der Friedhof von Montmatre dann schließlich seinen künstlerischen Ritterschlag. Doch die Liste der Prominenten zieht sich fortlaufend durch die Reihen des Friedhofs. Eindrucksvoll und pompös sind nicht nur ihre Gräber. Wundern sollte man sich auch nicht über die zahlreichen Katzen, welche den Cimetière bevölkern. Man sagt, in ihnen wanden die Geister der Verstorbenen.

Sicher gehört ein Friedhofsbesuch nicht unbedingt zu den typischen Aktivitäten eines Urlaubs, doch sollte man den Pariser Friedhof von Montmatre zumindest gesehen haben. Wer die mystische und unwirkliche Atmosphäre schätzt, sollte vielleicht auch die anderen Pariser Grabstätten besuchen. Der Friedhof Montparnasse befindet sich unweit des Hochhauses. Hier liegen u.a. Jean Paul Satre und Simone de Beauvoir. Im Osten der Stadt befindet sich der Friedhof Père Lachaise, auf dem das Grab von „The Doors" Sänger Jim Morrison fast permanent von Fans belagert wird.

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