Centre Pompidou

Bild: Anne Honisch / pixelio.de Das Centre Pompidou sticht ganz und gar aus der Häuserreihe der alten Pariser Bauten. Seine einzigartige Architektur mit den bunten Rohren, dem äußeren Gerüst und den zahlreichen Glaselementen wirkt auf viele Besucher und Urlauber im ersten Augenblick eher wie ein Rohbau. Dabei beinhaltet das durchdachte Gebäude einige der größten Meisterwerke der modernen Kunst.
Das Centre Pompidou (eigentl. Centre National d´Art et Culture Georges Pompidou oder Beaubourg) im 4. Arrondissement wurde auf Initiative des damaligen Ministerpräsidenten Georges Pompidou erbaut und 1977 fertiggestellt. Rund sechs Jahre baute man an dem architektonischen Meisterwerk, dessen Eröffnung Pompidou selbst nicht mehr erleben sollte. Er starb bereits 1974. Das multifunktionelle Centre Pompidou erfüllt den Zweck eines Museums, einer Bibliothek und eines Begegnungszentrums für den kulturellen Austausch.
Die Geburt des Centre Pompidou war keine leichte. Nach dem kulturellen Ruck, der 1968 ganz Paris erschütterte gab Pompidou 1969 den Anstoß zum Bau dieses „neuen" Zentrums an der Rue Beaubourg. Dabei musste sich die heutige Architektur gegen 681 weitere Projekte durchsetzen, die ebenfalls an der Ausschreibung des Pariser Bauvorhabens teilgenommen hatten. Renzo Piano und Richard Rogers waren die Architekten des Centre Pompidou und hatten nach der Überzeugung der Jury nun noch die viel schwerere Aufgabe, die Pariser Bevölkerung für ihren Entwurf zu begeistern.
Die Architektur des Centre Pompidou ist einzigartig. Im Vergleich zum Hôtel de Ville in unmittelbarer Nähe ist das Centre Pompidou auf den ersten Blick eine Beleidigung. Die Rohre und das Tragwerk des Gebäude wurden absichtlich nach Außen verlegt. Die Kategorien der fast schon nicht mehr zu unterscheidenden Rohr- und Strebenlabyrinthe wurden durch unterschiedliche Farben gekennzeichnet. Die Belüftung des Centre Pompidou ist in Weiß gehalten, die Transport- und Beförderungswege, Treppen und Rolltreppen sind rot, Elektrik gelb, Wasserleitungen grün und Klimageräte sind in blauer Farbe gehalten. Das Innere des Centre Pompidou ist somit weitgehend frei von Stützwerk. Die Front am Place George Pompidou ist besonders durch die quer verlaufende Rolltreppe mit der Grasverkleidung besonders markant. Zwar wirkt der Stil des Centre Pompidou noch heute sehr revolutionär, aber dennoch war der Bau schon nach der Fertigstellung äußerst umstritten. Viele Besucher und Einheimische empfanden den Bau als zu fabrikartig und in seiner Funktion nicht als angemessen. Mittlerweile ist das Centre Pompidou allerdings eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Paris und zählt bei Urlaubern und Parisern zugleich als gern genutzter Treffpunkt. Besonders das Musée National d'Art Moderne gehört zu den meist besuchten Museen in Paris. Es bildet einen Teil des Centre Pompidou.
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